Freitag, 15. April 2016

Die Gemeine Stechmücke(Culex pipiens(L. 1758))

Gemeine Stechmücke(Culex pipiens(L. 1758))

Die Gemeine Stechmücke(Culex pipiens(L. 1758)) gehört zur Familie der Stechmücken(Culicidae).[http://insektoid.info/muecken/arten/]
In Mitteleuropa kommen etwa hundert verschiedene Mückenarten vor. Culex pipiens gilt als eine der in Europa häufigsten Arten.

  Eine Gemeine Stechmücke
  (Culex pipiens(L. 1758))
  bei einer kurzen Rast
an einem besonnten Stämmchen
              einer Sommerlinde(Tilia platyphyllos(Scop.))                                                                     


Merkmale

Stechmücken besitzen einen schlanken Körper. Er erreicht Längen von drei bis sieben Millimetern.
Männliche Stechmücken lassen sich an ihren gefiederten Fühlern bzw. Antennen erkennen. Sie stechen nicht.
Weibliche Stechmücken tragen einfache Fühler bzw. Antennen.[http://www.insektenbox.de/zweifl/gestec.htm]
Ihr Körper trägt schlanke Flügel.
Der Körper selbst wird von langen Beinen getragen.
Auf dem Hinterleib wechseln dunkelbraune wie weißliche Bänder einander ab.
Weibliche Stechmücken besitzen eine langen Stechrüssel, der ihnen auch zum Saugen von Blut dient. Ihr Hinterleib endet abgerundet.
Männliche Stechmücken tragen einen kürzeren Saugrüssel, der zum Trinken von Nektar wie Pflanzensäfte sich eignet.[https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeine_Stechm%C3%BCcke]
Eine Verwechslung mit anderen Stechmücken ist möglich.








Vorkommen

Culex pipiens zeigt eine weltweite Verbreitung.[https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeine_Stechm%C3%BCcke]
Die Gemeine Stechmücke bevorzugt feuchte Wälder als Aufenthaltsort.



Lebensweise

Etwa von März, April bis November kann die Gemeine Stechmücke draußen in der Natur beim Fliegen beobachtet werden.
Weibliche Stechmücken saugen Nektar und gelegentlich Blut von Vögeln wie Säugetieren; männliche nur Pflanzensäfte und Nektar.
Da nach einer Paarung weibliche Stechmücken Eiweiße(Proteine)
benötigen, können sie nur über eine Blutmahlzeit ihre Fortpflanzung sichern.
Hierbei orientieren sich weibliche Stechmücken nach Körperwärme,
ausgeatmeten Wasserdampf oder Kohlenstoffdioxid(Co2) sowie Schweiß-, tierischen oder menschlichen Gerüche.
Im Schweiß scheint ein Wirkstoff para-Kresol auf Stechmücken anziehend zu wirken.
(Seit 2004 ist bei menschlichem Schweiß 4-methylphenol oder
2-methylphenol als Lockstoff für die Gemeine Stechmücke bestimmt.)
[http://www.biteling.de/alles-ueber-stechmuecken/]
Stechmücken bilden oft Schwärme – meist aus männlichen Stechmücken.
Weibliche Stechmücken werden im Schwarm an ihren tieferen Flugton(bei 350 Hertz) erkannt. Männliche Stechmücken liegen mit ihrer Flügelschlagfrequenz darüber.
Männliche Stechmücken stürzen sich auf die weibliche und sinken mit ihr zu Boden. Am Boden erfolgt die Paarung über wenige Sekunden hinweg.
Paarungen erfolgen von ca. März bis Oktober.
Begattete, weibliche Stechmücken überwintern an geschützten Orten wie z. B. Schuppen oder Keller.
Im Frühling werden etwa 200 bis 300 Eier als „Schiffchen“ auf der Wasseroberfläche abgelegt.
Zwischen den Eiern im Paket sind Luftblasen, die die Eier an der Wasseroberfläche weiterhin schwimmen lassen.
Als Eiablageort können Seen, Teiche, Wassergräben, Sumpftümpel, Regentonnen, Pfützen oder Gewässer mit Salzgehalt genutzt werden.
Stark eutrophierte Gewässer – also Gewässer mit Nährstoffen – werden zur Eiablage bevorzugt.
Die schlüpfenden Larven können auch längeres Liegen in Trockenheit überstehen.
Nach ihrem Schlupf – Kopf voran
- hängen sie unterhalb der Wasseroberfläche und strecken ihr Atemrohr empor.
Gefressen werden Schwebeteilchen, Algen oder kleinste Tiere.
Werden Mückenlarven gestört, tauchen sie ab.[http://www.insektenbox.de/zweifl/gestec.htm]
Nach viermaliger Häutung verpuppt sich die Larve bzw. Made.
Diese Puppe trägt statt eines Atemrohrs nun zwei Atemhörner[http://www.insektenbox.de/zweifl/gestec.htm], die zur Brust führen.
Auch die kommaförmige Puppe
[http://www.naturspektrum.de/db/spezies.php?art=culex_pipiens] hängt unterhalb der Wasseroberfläche.
Bald darauf schlüpft die Stechmücke und verlässt das Gewässer.
Insgesamt kann die Entwicklung vom Ei an zwanzig Tage dauern.
Dies ist aber von der vorherrschenden Temperatur abhängig!
Stechmücken wie deren Entwicklungsstadien werden gerne
z. B. von Libellenlarven oder Fischen, Amphibien, Vögel u. a. gefressen.

Ein Stich einer Stechmücke erfolgt bevorzugt während der Dämmerung oder in der Nacht. Stechmücken dringen auch in Gebäude ein.
Nachdem ein Wirt angeflogen wurde, wartet die weibliche Stechmücke einige Sekunden, um sicher zu sein, dass sie unbemerkt geblieben ist.
Hat sie unter der Haut ein Blutgefäß festgestellt, bohrt sie ihren Stechrüssel tief ein.
Oft verursacht der Einstich nur geringfügig Schmerzen, wenn er
z. B. in der Nähe von Schmerzrezeptoren erfolgt. Hierdurch bemerkt der Wirt den Stich. Die Stechmücke saugt das Blut ein, ihr Hinterleib(Abdomen) schwillt an und färbt sich ggf. rötlich.
Der Speichel der weiblichen Stechmücke verflüssigt das Blut ihres Wirtes. Ferner verhindert ihr Speichel das Gerinnen des Wirtsblutes, sodass der Rüssel der Stechmücke während der Blutaufnahme nicht verstopfen kann.
Dies regt einen vermehrten Blutfluss zur Einstichstelle an.
Weibliche Stechmücken – mit Ausnahme der überwinternden – haben eine Lebenserwartung von etwa sechs Wochen; männliche leben kürzer.

Beim Menschen kann der Speichel von Stechmücken einen Juckreiz oder auch Allergien auslösen. Dieser Reiz wird durch Eiweiße im Speichel der Stechmücke verursacht.

Problematischer können sich Stechmücken als Vektoren, d. h. Krankheitsüberträgung bzw. -überträger hier von Viren oder Bakterien, auswirken!
Erfolgte ihre erste Blutmahlzeit an einem oder einer Kranken, so kann dieser bzw. diese – je nach Ursache seiner, ihrer Krankheit – über sein, ihr Blut Viren oder Bakterien an die weibliche Stechmücke abgeben.
Bei einem weiteren Stich, ggf. erst vor der nächsten Eiablage, durch eine infizierte Stechmücke können jene Erreger an einen gesunden Wirt weitergegeben werden!
In Israel wurde so Sindbis- oder West-Nil-Virus aus Stechmücken isoliert; in Ägypten ferner noch das Riftalfieber. Eine direkte Übertragung jener Krankheiten ist aber bislang noch nicht bekannt.
Auch der Batai-, Tahyna-Virus kann von der Gemeinen Stechmücke übertragen werden. Letzterer kommt in Europa wie Rußland vor.
Eine Infektion hiermit wird häufig als Sommergrippe bestimmt.
Entlang großer Flüsse konnte in Deutschland eine Häufung der Infektionrn festgestellt werden.

Gesichert ist z. B. eine Übertragung des Fadenwurmes Wuchereria bancrofti. Allerdings führen Stiche hier zu einer sich abschwächenden Lymphadenitis bzw. Lymphangitis. Ferner bekannt ist Übertragung von Malaria, Gelb-, Dengue-, Chikungunya-, Rift-Valley-Fieber oder Tularämie(durch Bakterien).
Schwerere Erkrankungen werden als Filariosen(z. B. Elephantiasis tropica)bezeichnet.
Als Vektoren bei Tieren können sie die Venezolanische Pferdeenzephalomyelitis, Myxomatose(Kaninchenpest) oder in Haushunden parasitierende Würmer(Dirofilaria repens oder immitis) übertragen.[http://www.schaedlingskunde.de/Steckbriefe/htm_Seiten/Gemeine-Stechmuecke-Culex-pipiens.htm]
Culex pipiens kann auch den Usutu-Virus(aus der Gruppe der Flaviviridae) übertragen.
Vermutlich wurde dieser Virus durch Zugvögel nach Mitteleuropa gebracht. Inzwischen ist er z. B. besonders bei Amseln(Turdus merula(L. 1758)) sowie Eulenvögeln verbreitet und kommt auch bei weiteren einheimischen Vogelarten vor. Bei der Amsel wurde z. B. bereits eine hohe Sterblichkeit 2001 in Österreich erfasst. Seit 1996 tritt er in Italien, Ungarn und der Schweiz auf. 2009 wurde erstmals der Virus beim Menschen diagnostiziert. Dieser Virus befällt auch andere Vogelarten.
Seit 2012 sterben auch in Deutschland Vögel an dem Usutu-Virus!

Am Georgia Institut of Technology wurde der Aufprall von Regentropfen auf Stechmücken untersucht. Wohl auf Grund geringer Körpermasse(0,002g)[http://www.biologie-schule.de/stechmuecke-steckbrief.php] überstanden die Stechmücken dies. Die festgestellte Belastung(g-Wert) lag zwischen 100 bis 300g.
Hiernach würden Stechmücken die höchste Beschleunigung im Tierreich ggf. bei Regen erfahren wie verkraften können.
(Als Vergleich hierzu sind in Deutschland für Transport maximal 6g zulässig; wobei dies beim Menschen bereits Nasenbluten verursachen kann.)[http://www.biteling.de/alles-ueber-stechmuecken/]
Stechmücken können auch als Lästlinge die Qualität des Lebens von Tier oder Mensch erheblich beeinträchtigen, wenn ein Aufenthalt im Freien kaum möglich ist.[http://www.muecken.org/]
Bei Tourismus oder bei der Nutztierhaltung kann dies zu wirtschaftlichen bzw. finanziellen Schäden führen.

2010 wurden erstmals in Deutschland von Culex pipens sowie zwei weiteren Stechmückenarten Sindbis-Viren isoliert.[https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeine_Stechm%C3%BCcke]
Die Gemeine Stechmücke ist bislang nicht geschützt und wird es künftig wohl auch nicht sein.[http://tierdoku.com/index.php?title=Gemeine_Stechm%C3%BCcke]


{Auch infolge einer Klimaveränderung können künftig weitere
Stechmückenarten auch nach Europa eingeschleppt werden oder vordringen!!}






Andere Stechmückenarten

https://www.youtube.com/watch?v=JWJT0r8e-3s – Mücken als Kampfmittel gegen Malaria


Fressfeinde


Anderes






Bekämpfungsmaßnahmen

In der Nähe von Wohngebieten sollten – sofern möglich – besonders stehende Gewässer beseitigt bzw. vermieden werden. Fließende können ggf. kurzfristig umgeleitet werden.
Z. B. :
Fliegengitter oder Moskitonetze können zumindest etwas Abhilfe schaffen.
Besonders am Abend können unbedeckte Hautpartien mit Repellents eingerieben werden. Jedoch unterbleibt eine Fernwirkung. Ihr Schutz bleibt nur kurzfristig bestehen, wenn sie flächig auf nackter Haut aufgetragen wurden.
Auch eine Insektenschutz-Kleidung kann dort helfen, wo Mücken durch eine Kleidung hindurch stechen.
UV-Lampen im Freien locken nicht nur Stechmücken, sondern
ggf. auch geschützte Insekten an.
Akustische Mittel wie „Mückenpiepser“ scheinen mit ihren hochfrequenten Tönen jedoch unwirksam zu bleiben.

DDT wurde in früheren Jahren erfolgreich zur Stechmückenkontrolle eingesetzt. Später(Ende der 1960iger Jahre) zeigte sich jedoch, dass bei vielen Stechmücken Resistenzen auftraten.[https://www.youtube.com/watch?v=c0D8JO1UwM4]
Zudem kam hinzu, dass DDT sich in der Nahrungskette innerhalb von Biotopen anhäufen kann und ggf. zum Tod betroffener „Spitzenkonsumenten“(Räuber – ggf. auch der Mensch) führt!
Deswegen erfolgte 1982 durch die WHO eine weitere Veröffentlichung zur Stechmückenbekämpfung, die auch Gesichtspunkte aus Entomologie, Ökologie sowie Wirtschaft mit einschlossen.
Integrierte Bekämpfungsmethoden versuchen viele weiteren Einflußfaktoren zu ermitteln und zu berücksichtigen.

Bekämpfungsmethoden zur Stechmückenentfernung
0.)Persönliche Vorbeugemaßnahmen
Schutzmaßnahmen für Personen(z. B. Kleidung) wie an Gebäuden
u. a.
1.)Förderung von Fressfeinde
2.)Chemische Bekämpfung
a)Insektizide, (aber hierbei Resistenzbildung möglich,
ferner oft mit „Breitbandwirkung
(unter Mitschädigung anderer Arten)
sowie Schadstoffanreicherung über Nahrungsketten
langfristig als Gefahr!)
b)Brutgewässer – Ausbringung einer dünnen Lage eines chemischen
Stoffes(ggf. dünnen Films) zur Abdeckung der Wasseroberfläche
zur Abtötung der Stechmückenlarven
3.)a)Biologische Bekämfpung
z. B. mit Bacillus thuringiensis(israelensis)
oder Verringerung der Mückendichte
durch z. B. Pheromonfallen
(ggf. verstärkt durch Chitinase(Enzym))

b)Genetisch Bekämpfung
z. B. durch Hormonausbringung
(Häutungs- oder Juvenilhormone);
oder durch Aussetzung Steriler-Insekten-Technik



Ggf. Folgen eines Stichs

Abhilfe beim Mückenstich



Zukünftige Gefahren?
http://www.schattenblick.de/infopool/nachrich/tag/umw-7041.html

http://www.der-postillon.com/2016/06/stechmuecken-naturschutz.html
(Sollte jene Meldung zutreffen, wären erfreuliche Einnahmen für Natur- wie Umweltschutz die Folge. Wie sollte es aber mit Verkehrsmitteln gehandhabt werden??)

Weblinks





Fotos





Videoclips






Andere Stechmückenarten

https://www.youtube.com/watch?v=JWJT0r8e-3s – Mücken als Kampfmittel gegen Malaria


Fressfeinde


Anderes




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