Donnerstag, 31. März 2016

Zebraspringspinne(Salticus scenicus(Clerck 1757))

Zebraspringspinne(Salticus scenicus(Clerck 1757))

Die Zebraspringspinne(Salticus scenicus(Clerck 1757)) wird zu den Springspinnen(Salticidae) gezählt. 2005 wurde sie als Spinne des Jahres von der Arachnologischen Gesellschaft in Deutschland ausgewählt.
In Mitteleuropa gibt es etwa 90 Arten von Springspinnen; weltweit ungefähr 4000.[http://www.tierportraet.ch/htm07c/zebraspringspinne.php]


Merkmale

Die Körpergröße von Salticus scenicus(Clerck 1757) liegt zwischen vier und sieben Millimetern, wobei weibliche Zebraspringspinnen größer als männliche Individuen ausfallen.
Männliche Zebraspringspinnen tragen lange Giftklauen.
Ihre Frontalaugen können im Vergleich zu ihren anderen Augen wegen ihrer Größe auffallen. Dies gilt für Springspinnen als typisch.
Daneben befindet sich ein weiteres Paar kleinerer Frontalaugen sowie zwei Paare Augen seitlich weiter hinten am Vorderkörper(Prosoma bzw. Cephalothorax). Diese ermöglichen Salticus scenicus fast eine Rundumsicht. Auch Farben- wie räumliches Sehen wird bei Springspinnen angenommen.
Wegen ihrer guten Sicht können Springspinnen sogar tote Insekten als Beute erkennen – dies im Gegensatz zu anderen Spinnen!
{Letztere benötigen entweder ihren Tastsinn zur Wahrnehmung einer Erschütterung als Hinweis auf eine mögliche Beute (ggf. auch im Netz) oder ein Sehen von Bewegung einer eventuellen Beute, die zu derem Erkennen führt.}
Zebraspringspinnen besitzen einen dunklen bzw. braunschwarzen Körper.
Ihr Vorderkörper(Prosoma) wird seitlich je von einem weißlichen Schuppenhaarsaum begrenzt.
Hinter oder zwischen ihrer Augenregion befindet sich ebenfalls ein großer, weißlicher Fleck sowie distal(zum Hinterleib hin) ein Paar kleinerer, weißer Flecken aus Schuppenhaaren.
Die Zebraspringspinne – gelegentlich auch als Harlekinspinne bezeichnet – fällt wegen ihrer Streifung ihres Hinterleibes(Opisthosoma) ähnlich einem Zebra auf. Drei braunschwarze Streifen wechseln mit weißen Streifen ab – bewirkt durch entsprechend gefärbte Schuppenhaare der Springspinne.
Ihre relativ kurzen Beine können bräunlichschwarz oder mit weißlichen Schuppenhaaren bedeckt sein. Gliedergrenzen der Beine können hierbei ringförmig dunkelbraun hervortreten.
Ältere Individuen der Zebraspringspinne wirken dunkler, da sie ihre weißlichen Schuppenhaare verlieren können!
Innerhalb der Gattung Salticus sollte die Zebraspringspinne in Mitteleuropa von verwandten Arten durch ihre beiden distalen(hinten gelegenen), weißen Flecken am Vorderkörper(Prosoma) sowie den drei braunen Querstreifen am Hinterleib(Opisthosoma) deutlich unterschieden werden können![https://de.wikipedia.org/wiki/Zebraspringspinne]
(Als eine ähnliche Art könnte z. B. Salticus cingulatus erwähnt werden.)
[Heiko Bellmann: Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas 2. Auflage,
Franck-Kosmos Verlags GmbH&Co Stuttgart,
2001, S. 200 Mitte,S. 201 obere Hälfte;
ISBN 3-440-09071-X]


Eine Zebraspringspinne(Salticus scenicus(Clerck 1757))
sich an einem Baumstumpf am Waldrand sonnend.

Vorkommen

Die Zebraspringspinne kommt in Europa, (im Norden von) Asien sowie Nordamerika ziemlich häufig vor.
Oft kann sie in der Nähe von Menschen z. B. an Mauern, an oder in Gebäuden, ferner an Holzwänden oder Zäunen beobachtet werden. Auch an Baumstämmen[http://www.medienwerkstatt-online.de/lws_wissen/vorlagen/showcard.php?id=2504]
oder Felsen sowie in Wiesen(Grasland)[http://www.tierportraet.ch/htm07c/zebraspringspinne.php]
ist sie ggf. vorhanden.
Sie wärmt sich tagaktiv an sonnigen wie windstillen Orten auf.
Trockenrasen mit Steinen sollen ihren naturgegebenen Aufenthaltsort darstellen.
[Heiko Bellmann: Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas 2. Auflage,
Franck-Kosmos Verlags GmbH&Co Stuttgart,
2001, S. 200 Mitte,S. 201 obere Hälfte;
ISBN 3-440-09071-X]



Lebensweise

Zebraspringspinnen erbeuten Mücken wie Fliegen u. a. kleine Insekten.
Zebraspringspinnen sollen im Nahbereich sogar die menschliche Sicht übertreffen können.
Salticus scenicus(Clerck 1757)) schleicht sich an eine mögliche Beute bis (mindestens fünf meist aber) einen Zentimeter Entfernung an und springt diese dann überraschend an.
Hierbei wird das dritte wie vierte Beinpaar als Sprungbeine eingesetzt. Die plötzliche Streckung beider Beinpaare erfolgt mit Hilfe des Hämolymphdruckes des Spinnenkörpers – also nach Art einer Hydraulik.
Beinpaar eins wird zur Abbremsung einer Landung sowie zum Beuteergreifen eingesetzt.
Da die Genauigkeit ihrer Sprünge ziemlich hoch ist, hat dies auch zu ihrer Untersuchung in der Bionik geführt. Die Zebraspringspinne kann hierbei Entfernungen ihrer zwanzigfachen Körperlänge überwinden.
Zuvor sichert sie sich mit einem Sicherheitsfaden ab, um ggf. wieder an ihren alten Aufenthaltsort zurückkommen zu können.
Ein Giftbiss sowie danach das Festhalten ihrer Beute soll die
Gifteinwirkung wie Vorverdauung(extraintestinal) ihrer Beute – wie bei Spinnen so üblich – ermöglichen.
Zur Paarungszeit ab Mai bis August erfolgen meist (ritualisierte) Kommentkämpfe zwischen rivalisiernden, männlichen Zebraspringspinnen.
Auch vor ihren weiblichen Zebraspringspinnen spreizen die männlichen Salticus scenicus(Clerck 1757)) ihre langen Cheliceren(Giftklauen) während ihrer Balz ab, um die weiblichen Zebraspringspinnen zu beeindrucken.[http://www.natur-in-nrw.de/HTML/Tiere/Spinnen/TSP-479.html]
Weibliche Zebraspringspinnen können fast das Jahr über beobachtet werden.
An nassen, kühlen Tagen zieht sich die Zebraspringspinne in ihr Versteck(eine Gespinströhre)[http://www.bkmakro.de/Makro/Arachnida/Salticidae/Salticus_scenicus.htm
zurück.



Exuvie(Häutungsrest) einer Zebraspringspinne(Salticus scenicus(Clerck 1757))an einem Spinnfaden befestigt

In jener Gespinströhre häutet sie sich ggf. auch oder legt ihre Eier in einem kleinen, hellen Kokon ab.[http://www.bkmakro.de/Makro/Arachnida/Salticidae/Salticus_scenicus.htm] und überwintert ggf.[http://www.natur-in-nrw.de/HTML/Tiere/Spinnen/TSP-479.html]
[Heiko Bellmann: Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas 2. Auflage,
Franck-Kosmos Verlags GmbH&Co Stuttgart,
2001, S. 200 Mitte,S. 201 obere Hälfte;
ISBN 3-440-09071-X]

Gefährdung

Die Zebraspringspinne(Salticus scenicus(Clerck 1757)) ist nicht gefährdet und bedarf daher bislang keines Schutzes.


Buch

Heiko Bellmann: Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas 2. Auflage,
Franck-Kosmos Verlags GmbH&Co Stuttgart,
2001, S. 200 Mitte,S. 201 obere Hälfte;
ISBN 3-440-09071-X


Weblinks




Fotos



Videoclips

https://www.youtube.com/watch?v=LmgVxtG9YFc


Mittwoch, 23. März 2016

Aaskäfer(Silpha tristis(Illiger 1798))

Aaskäfer(Silpha tristis(Illiger 1798))

In Mitteleuropa sind etwa dreißig Arten Aaskäfer bekannt;
auf der Welt ungefähr dreihundert.[http://www.tierportraet.ch/htm07c/silpha_tristis.php]

Merkmale

Der schwarze Körper besitzt eine oval bis elliptische Form.
13 bis 17 Millimeter Größe erreicht so ein Aaskäfer.
Pro Flügeldecke(Elytre) erheben sich darauf drei (bis fünf) glatte Rippen und verlaufen längs. Der Rand seiner Flügeldecken ist vorne bis etwa zur Körpermitte breit gesäumt, verschmälert sich nach hinten zu und endet distal ziemlich schmal!(ein Artmerkmal)![http://www.coleo-net.de/coleo/texte/silpha.htm]
[ K. W. Harde, F. Severa: „Der Kosmos-Käferführer“ 3. A.
Franckh´sche Verlagshandlung Stuttgart, S. 140(Silpha obscura)]


Vorkommen

Aaskäfer können in Europa sowie Asien(etwa bis zum Iran) vorkommen.
Aaskäfer können überall (vereinzelt) vertreten sein, jedoch nicht gehäuft(selten).


Ein Aaskäfer(Silpha tristis(Illiger 1798)) an einer Mauer im Schein der Abendsonne


Lebensweise

Geschlechtsreif werden Aaskäfer im Frühling etwa ab April.
Es sind tagaktive Käfer, die – wie ihr Name es nahelegt – Aas fressen.[http://www.tierportraet.ch/htm07c/silpha_tristis.php]
Neben Aas können Arten der Gattung Silpha aber auch räuberisch tierische(z. B. an Aas fressende Fliegenmaden) oder pflanzliche Substanzen verwerten, d. h. sie haben sich wiederum sekundär vom Aas aus andere Nahrungsquellen erschlossen.[https://de.wikipedia.org/wiki/Aask%C3%A4fer]
[- W. Jacobs, M. Renner: „Taschenlexikon zur Biologie der Insekten“
Gustav Fischer Verlag Stuttgart 1974, S. 517 li. Sp. Mitte 2.
ISBN 3-437-30170-5 Taschenbuch
ISBN 3-437-30171-3 Gebunden Ausgabe]

Die drei Larvenstadien eines Aaskäfer[https://de.wikipedia.org/wiki/Aask%C3%A4fer] ähneln Asseln.
Binnen zwanzig bis dreißig Tagen hat Silpha tristis seine Larvalentwicklung abgeschlossen. Hiernach folgen acht bis zehn Tage Puppenruhe.
Eventuell kann hierzu in einer selbstgegrabenen Erdhöhle überwintert werden.


Gefährdung

Aaskäfer wie Silpha tristis sind nicht gefährdet und werden auch nicht geschützt.


Bücher

  access=true – für Interessierte ggf. eine Buchempfehlung?
* W. Jacobs, M. Renner: „Taschenlexikon zur Biologie der Insekten“
  Gustav Fischer Verlag Stuttgart 1974, S. 517 li. Sp. Mitte 2.
  ISBN 3-437-30170-5 Taschenbuch
  ISBN 3-437-30171-3 Gebunden Ausgabe
* K. W. Harde, F. Severa: „Der Kosmos-Käferführer“ 3. A.
  Franckh´sche Verlagshandlung Stuttgart, S. 140(Silpha obscura)


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Montag, 21. März 2016

Schwingfliege(Sepsidae)(Nemopoda nitidula(Fallen 1820))

Schwingfliege(Nemopoda nitidula(Fallen 1820))

Die Schwingfliegen(Sepsidae) sind weltweit verbreitet.
Zwanzig Gattungen umfassen etwa 250 Schwingfliegenarten.
In Deutschland wurden bislang etwa 32 verschiedene Arten von Schwingfliegen festgestellt.[https://de.wikipedia.org/wiki/Schwingfliegen]

Merkmale

Die Schwingfliegen erreichen eine Körpergröße von zwei bis sechs Millimetern. Nemopoda nitidula erlangt etwa Längen von vier bis fünf Millimetern.[https://de.wikipedia.org/wiki/Nemopoda_nitidula]
Ihr Name beruht auf der Verhaltensweise, dass sie ihre Flügel ähnlich einer Acht herumschwenken bzw. -schwingen.[https://de.wikipedia.org/wiki/Schwingfliegen]
Ihr Kopf ist rundlich und trägt rötliche Augen. Ihre Stirne trägt bei dieser Art zwei bräuliche Längsstreifen vorne.
Oft kann ihr Körper schwach behaart sein. Ihr Körper ist glänzend schwarz – manchmal mit rötlichem oder violettem Schimmer. Ihr Hinterleib wird gekrümmt nach unten getragen. Er verengt sich vorne etwas wespenartig, nach hinten zu spitz ausgezogen.
Die Flügel sind glasklar und besitzen – je nach Art(!) – in der Nähe der Flügelspitze einen dunklen Fleck.[http://insektoid.info/fliegen/schwingfliegen/]
Die einzelnen Arten der Sepsidae können sich ziemlich ähneln und unterscheiden sich manchmal nur in kleinen Einzelheiten.


Vorkommen

Nematopoda nitidula weist Vorkommen in der Paläarktis auf.[http://www.zmuc.dk/entoweb/collections-databaser/Diptera/Sepsidae%20all.htm]
Schwingfliegen suchen oft die Nähe von Nutztieren auf. Viehweiden oder Ställe werden von ihnen aufgesucht.
Nemapodon nitidula findet sich von April bis September[http://www.naturespot.org.uk/species/nemopoda-nitidula] auch auf Streuobstwiesen z. B. oder an Waldrändern.
Sie ähneln etwas Ameisen(z. B. Lasius).
Gelegentlich rasten sie auf den Blättern von Pflanzen.
Als Kulturfolger des Menschen sind sie weit verbreitet.
Die adulten Schwingfliegen saugen Obstsäfte, Nektar oder Honigtau; für ihre Nachlieferung von Proteinen sowie Mineralsalzen suchen sie Exkremente auf.
In der Region von Berlin traten vier Generationen pro Jahr auf.


                  Drei Individuen der Schwingfliege
                 (Nematopoda nitidula(Fallen 1820))
                  außerhalb und eines innerhalb des
              Schneckenhauses von Helix pomatia(L. 1758))

Lebensweise

Männliche Schwingfliegen(Sepsidae) zeigen zur Paarung – je nach Art – unterschiedliche sexualdimorphe Strukturen an ihren Vorderbeinen auf.[http://bmcevolbiol.biomedcentral.com/articles/10.1186/1471-2148-8-155][v=Q7b6M9ilCYQhttps://www.youtube.com/watch?v=Z1eWftJrU2M – Themira und Nematopoda]
Zur Eiablage suchen weibliche Schwingfliegen meist tierischen Kot auf, seltener verwesende Pflanzenstoffe, Obst, Pilze[http://www.naturespot.org.uk/species/nemopoda-nitidula] oder Klärschlamm.[http://www.naturspaziergang.de/Zweifluegler/Nemopoda_nitidula.htm]
Ein bis zwei Tage danach schlüpfen die Maden und fressen davon.
Es erfolgt auch hierin ihre Verpuppung.
Das Leben jener "Zweiflügler" ist noch relativ wenig erforscht.


Gefährdung

Nemopoda nitidula ist nicht gefährdet und wird folglich auch nicht unter Naturschutz gestellt.[http://www.naturspaziergang.de/Zweifluegler/Nemopoda_nitidula.htm]

Bedeutung

Nemopoda nitidula erlangt in der Forensik eine gewisse Bedeutung
bei der zeitlichen Zuordnung von verwesenden Funden.






Weblinks







Fotos







Videoclips