Freitag, 8. April 2016

Stieglitz bzw. Distelfink(Carduelis carduelis(L. 1758))

Stieglitz(Carduelis carduelis(L. 1758))

Der Stieglitz bzw. Distelfink gehört zu den Finkenvögel(Fringillidae).
Er ist ein relativ kleiner Finkenvogel.[http://www.brodowski-fotografie.de/beobachtungen/stieglitz.html][https://de.wiktionary.org/wiki/Stieglitz]
Aufgrund seiner Bevorzugung von Disteln wird er gelegentlich auch als ein christliches Sinnbild
für die Passion wie Kreuzestod Christi genommen.[http://www.symbole-wiki.de/index.php/Stieglitz]
Direkte Verwandschaftsbeziehungen zum Grünling(Carduelis chloris) wurden nicht festgestellt. Am ehesten wäre hier aufgrund mitochondraler DNA-Analyse noch der Zitronen-Girlitz(Carduelis citrinella) geeignet.
Der Stieglitz war in der Schweiz der Vogel des Jahres 2003, da starker Pestizideinsatz seine Nahrungsgrundlage vernichtet hatte.[https://de.wikipedia.org/wiki/Stieglitz]

   Stieglitz(Carduelis carduelis(L. 1758)) beim 
   Fressen von Samen einer Berg-Flockenblume
                (Centaurea montana(L.))             

Merkmale

Stieglitze erreichen Körpergrößen von zwölf bis dreizehn Zentimetern und wiegen etwa vierzehn bis neunzehn Gramm.
Ihre Flügelspannweite reicht von 21 bis 25 Zentimetern.
Ein Stieglitz trägt (als "Maske") rote Federn im Gesicht, 
Kopf wie Halsseiten bedecken weiße Federn.
Von der Schnabelbasis bis zu den Augen sowie halbkreisförmig hinter den weißen Federn folgen schwarzfarbene.
Seine Flügel zeigen einen gelbe Flügelbinde und ansonsten meist schwarze Federn.
Sein Rücken wird von hellbraunem Gefieder bedeckt; sein Bürzel trägt solch ein weißes.
Sein gegabelter Schwanz besteht aus schwarzen Federn, die zur Spitze hin weiße Flecken tragen.
Brust, Bauch wie Flanken bedecken hellbraune(zimtfarbene) bis weißliche Federn.
Sein langer Schnabel ist spitz und wird als hornfarben beschrieben. Zur Spitze seines Schnabels hin kann der Stieglitz(Carduelis carduelis(L. 1758)) kleine, graue bis schwarze Flecken tragen.
Stieglitze zeigen einen gering ausgeprägten Geschlechts-dimorphismus. Männliche Vögel tragen eine dunklere und größere Gesichtsmaske, die den Hinterrand ihrer Augen erreicht.
Das Bauchgefieder der männlichen Stieglitze ist gelblich.
Der Schnabel der Männchen soll spitzer und länger als der der weiblichen Stieglitze sein. Die Spitze des Schnabels kann leicht gebogen sein.

Bei weiblichen Stieglitzen erreicht deren Gesichtsmaske nur etwa die Hälfte des Auges. Dadurch ist das Rot an der Kehle weniger.
Der Kopf erscheint rundlicher. Ihr Bauchgefieder wirkt grüngelb.
Ihre Deckfedern scheinen graubraun bis braun.
Ihre Schnabelspitze ist gerade.{Aber hierzu gibt es Ausnahmen.}

Jungvögel besitzen noch keine markante Kopffärbung. Sie tragen noch grau bis bräunliche Kopffedern.
Ihre Körperoberseite ist grau bis gelbbraun mit Streifen oder einer Fleckung. Ihre Flügel sind schwarzgelb gefärbt, ihr Schwanz ist schwarz.
Nestlinge tragen dunkelgraue Daunen. Ihr Rachen erscheint karminrot, ihr Gaumen purpurn und die Randwülste des Schnabels sind weiß.




Vorkommen

Der Stieglitz kommt in Westeuropa bis zur Mitte von Sibirien vor. Ferner kann er im Norden von Afrika sowie in West- wie Zentralasien angetroffen werden.
In Südamerika, Australien sowie Neuseeland und auf ein paar Inseln nördlich sowie östlich von Australien wurde der Stieglitz eingeführt.
In Island sowie in der Mitte wie im Norden von Skandinavien wie Finnland fehlt er jedoch.
Stieglitze gelten als Teilzieher. Sie überwintern in z. B. in Westeuropa.
In milderen Gebieten seines Vorkommens tritt er als Standvogel auf.
Starker Frost im Winter kann zu Abwanderung bei ihm führen.

Stieglitze bevorzugen offene Landschaften mit reichlich Bäumen.
Von Meeresniveau bis zu 1300 inzwischen bis 1600 Metern über dem Meeresspiegel können Stieglitze sich aufhalten.
Besonders Obstgärten mit Wildkräutern oder Ruderalflächen sowie Sträuchern bevorzugen Stieglitze; jedoch auch Waldränder, Pfade mit Säumen aus Pflanzen, Streuobstwiesen, Feldgehölze, Hecken sowie Ufer von Gewässern können ihm als Aufenthaltsort dienen. Ferner kann er auf Brachen, Kiesgruben, Schuttplätzen oder in alten Gärten(Naturgärten), Weinbergen, in Parks wie Alleen oder Friedhöfen angetroffen werden.
In seinem Habitat sollten vereinzelte Bäume und Pflanzen, die Samen tragen, vorkommen.





Lebensweise

Sein stabiler Flug erfolgt wellenförmig.
Zwischen Juli und August findet die Mauser von Jung- wie Altvögeln statt.
Stieglitze hüpfen am Boden unbeholfen; in Sträuchern, Bäumen u. ä. können sie jedoch gewandt klettern.
Der Stieglitz bzw. Distelfink frisst (halb-)reife Samen von Pflanzen auf Wiesen, Stauden sowie Bäumen. Stieglitze haben sich auf das Samenfressen spezialisiert.
{Sie können hierzu sogar kopfüber hängen.}
Stieglitze tragen ihren Gesang hörbar vor. Nur während der Mauser verstummt er.
Einerseits dient er zur Markierung des Nestes; außerhalb der Brutzeit zum Zusammenhalt der Gruppe. Der Gesang wird durch einen Vorgesang eines Männchens geprägt; weibliche Stieglitze singen auch – jedoch etwas leiser und kürzer.
Meist erfolgt er von Singwarten aus, selten im Flug.
Der männliche Stieglitz singt vor der Balz mit pendelnden Körperbewegungen; der weibliche Stieglitz fordert durch Körperpendeln und gesenktem Schnabel zur Begattung auf. Gefiederaufplustern soll von den gelben Flügelbinden ablenken. Der männliche Stieglitz zeigt geglättetes Gefieder und hebt seine Flügel leicht an, um die gelben Flügelbinden zu zeigen. Flügelspreizen hilft etwas die Binden breiter aussehen zu lassen.
Breitbeinig ruckt der männliche Stieglitz mit hängenden Flügeln sowie gespreiztem Schwanz.
Während er singt pendelt sein Körper von einer zur anderen Seite. Zusätzlich füttert der männliche den weiblichen Stieglitz.
Dieser ruckt mit den Beinen, zittert mit den Flügeln und stellt den Schwanz nach oben.
Dies signalisiert ihre Bereitschaft zur Kopulation(Begattung).
Diese erfolgt bis zur Vollendung des Eigeleges, wobei ein Wechsel der Dominanz vom männlichen zum weiblichen Stieglitz zu beobachten ist.
Ein Nestbau erfolgt nach dem gemeinsamen Prüfem vorhandener Nistmöglichkeiten.
Hohe Warten werden bevorzugt, die Deckung und zugleich gute Sicht bieten.
Der Bau des dickwandigen, muldenförmigen Nestes aus feinen Stängeln, Halmen, Moos, Flechten, Wurzeln oder Pflanzenfasern kann vier bis sechs Tage beanspruchen. Feine Halme, Fasern, Wurzeln, Federn oder „Wolle“ von Distelsamen können es auspolstern.
Während der Brutzeit können Stieglitze auch kleine Insekten wie z. B. Blattläuse fressen.
Stieglitze werden nach etwa einem Jahr geschlechtsreif. Sie leben monogam.
Gebrütet wird von März/April bis Juli. Es sollen bis zu zwei Bruten im Jahr erfolgen können.
Der männliche bewacht und bewahrt den weiblichen Stieglitz während der Brut vor Artgenossen.
Abgesehen vom Nest gibt sich der tagaktive Stieglitz aber wenig territorial.
Die Eiablage erfolgt früh am Morgen. Vier bis sechs Eier sind möglich; meist sind es jedoch fünf.
Jene weißlichen Eier zeigen eine rötlich bzw. braunschwarzer Fleckung zum stumpfen Eipol hin;
es gibt aber auch völlig weiße. Zwölf bis vierzehn Tage kann die Brut andauern. Währenddessen versorgt der männliche den weiblichen Stieglitz mit Nahrung. Der weibliche Stieglitz verlässt das Nest nur kurz zum Koten. Der männliche Stieglitz übernimmt solange das Brüten.
Die Jungvögel schlüpfen nackt und blind. Oft zunächst drei, einen Tag danach zwei Jungvögel.
Ihre Köpfe legen sie auch oft zum Wärmen zusammen.
Ab dem fünften Tag an beginnen die Jungvögel, ihre Augen zu öffnen.
Der Kot der Jungvögel wird zunächst vom weiblichen Stieglitz verschluckt; später abtransportiert und danach von den Jungvögeln auf dem Nestrand abgelegt.
Ab etwa dem zwölften Tag ist es den Jungvögeln möglich, bei Gefahr das Nest zu verlassen.
Ist der Ausflug der Jungvögel erfolgt, wird von diesen noch um Futter gebettelt.
Futter wird bei Stieglitzen(Carduelis) aus dem Kropf hervorgewürgt; bei den anderen Finkenvögeln(Fringillidae) ist eher eine Schnabel zu Schnabelfütterung üblich.
Ab ungefähr dem 21. Tag versorgen sich die Jungvögel selbst mit Nahrung.
Ab ca. dem 30.-igsten Tage an sind die Jungvögel nun selbstständig.
Währenddessen kann der weibliche Stieglitz bereits mit dem zweiten Nestbau begonnen haben.
Außerhalb der Brutzeit bildet der Stieglitz Schlafgemeinschaften mit bis zu vierzig Individuen.
Im Winter können sich zu seinen Schwärmen Girlitz, Grünling sowie Blut-Hänfling dazugesellen.
Stieglitze können ein Alter von bis zu acht oder neun Jahren in der Natur erreichen;
in Gefangenschaft wurden schon siebzehn Jahre erreicht.



Gefährdung

Der Stieglitz oder Distelfink gilt derzeitig als nicht gefährdet.
Er wurde als Vogel des Jahres 2016 gewählt.
In Deutschland ist der Stieglitz nach dem Bundesnaturschutzgesetz(§7 Abs. 2 Nr. 13b) besonders geschützt.
Auf Malta ist noch sein Fang von September bis Januar – nach maltesischer Rechtsprechung – 
bis 10. April erlaubt. Es droht dem Stieglitz dann zumindest eine Käfighaltung.




Stieglitz(Carduelis carduelis(L. 1758))
stärkt sich im Garten an Samen der
Berg-Flockenblume(Centaurea monatana(L.))
                                                                                                                                 
                                   


Weblinks



Angebote aus der Zucht:
http://kleinanzeige.focus.de/tiere/stieglitz-kaufen.html – wohl auch Zuchten vom Mittelmeer
u. a.



Fotos

Videoclips


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